Scherenschnitte - eine Anleitung für den Anfang


Suchen Sie sich zunächst die kleinste Schere, die Sie finden, ein Stück Papier (z. B. von einem bunten Zettelklotz. Das hat für den Anfang eine gute Größe.) und zumindest anfangs eventuell einen Bleistift. Falten Sie das Papier und legen es mit dem Knick nach links (für Linkshänder natürlich rechts) vor sich und zeichnen ein halbes Herz an den Knick. Dann beginnen Sie von unten an zu schneiden. Dabei ist es nicht wichtig, dass der Schnitt akribisch genau auf dem Strich verläuft. Ein flüssiger Schnitt, mit weichen Rundungen ist viel wichtiger. Dabei drehen Sie nicht die Schere, sondern das Papier! Wenn es nicht gelungen ist, versuchen Sie es erneut. Bald wird der Schnitt weicher werden, und dort sein, wo Sie Ihn haben wollen.


Dann versuchen Sie ein anderes Motiv: Eine halbe Tulpe, die aus einem Herzen wächst. Dabei schneiden Sie immer von unten am Knick ausgehend in einem Zug durch. In den spitzen Ecken wird das Papier ohne weiter zu schneiden unter der Schere gedreht.



Bei Ihrem nächsten Motiv wachsen dann vielleicht mehrere Tulpen aus dem Herz, oder eine andere Blume. Mit der Zeit werden Ihnen die Notitzzettel nicht mehr zusagen.
Aufgeklebt wird der Scherenschnitt folgendermaßen:
Das Motiv wird (ohne Kleber) auf den Untergrund gelegt und so lange hin und hergeschoben, bis es richtig liegt. Mit Daumen und Zeigefinger wird der Scherenschnitt fixiert, während mit der Schere das Herz vorsichtig angehoben wird. Dieses wird mit Hilfe eines Zahnstochers mit wenig Leim bestrichen und aufgeklebt, jetzt ist der Scherenschnitt in seiner Position fest und kann losgelassen werden. Er wird so weit es geht hochgebogen (das Herz ist ja fest) und der Stängel wird aufgeklebt. Jetzt die Blätter und dann der Blütenkelch.

Wenn Sie dann mit dem "Schnibbelfieber" infiziert sind, kann jetzt der Zeitpunkt kommen, wo Sie die Anschaffung einer Scherenschnittschere erwägen und schwarzes Scherenschnittpapier verwenden wollen. Scherenschnittscheren gibt es in verschiedenen Ausführungen im guten Fachhandel. Achten Sie darauf, dass die Schere leichtgängig ist, aber nicht klappert. Außerdem ist die Spitze extrem wichtig. Eine gute Schere ist schön spitz, und schneidet bis zur äußersten Spitze zuverlässig ohne das Papier zu klemmen. Für Linkshänder ist die Auswahl nicht so groß, aber auch hier sind passable Scheren zu bekommen.
Was das Papier angeht, so ist hier besonders darauf zu achten, dass es dünn ist. Die Oberseite sollte tief schwarz gefärbt wein, während die Unterseite weiß ist. (Durchgefärbtes Papier ist auch als Scherenschnittpapier im Handel, aber es ist viel zu dick und zu grobfaserig.) Ob das Papier gummiert ist auf der weißen (Unter-)Seite, oder nicht, ist Geschmacksache. Ich schneide gummiertes Papier, da es leichter aufzukleben ist; meine Tochter bevorzugt ungummiertes, weil es nicht so klebt beim schneiden. Das müssen Sie sich selbst ausprobieren.

Lernen Sie mehr Tricks und Kniffe in meinem Kurs.
Das Schnibbeln in der Gruppe macht noch einmal soviel Spaß!


VIEL SPASS beim Schnibbeln!